Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den abscopalen Reaktionen auf eine Kombination aus Strahlentherapie und Immun-Checkpoint-Hemmung – Erkenntnisse aus einer multizentrischen Studie
Geschlechtsspezifische Unterschiede bei abskopalen Effekten unter Radioimmuntherapie
Eine multizentrische Studie untersuchte erstmals mögliche geschlechtsspezifische Unterschiede bei sogenannten abskopalen Effekten während einer kombinierten Behandlung aus Strahlentherapie und Immuncheckpoint-Inhibition (ICI). Abskopale Effekte beschreiben das Phänomen, dass sich auch nicht bestrahlte Tumorherde durch die Therapie zurückbilden können.
Von insgesamt 142 analysierten Patient:innen zeigten Frauen häufiger eine abskopale Tumorantwort oder Krankheitskontrolle als Männer. Unterschiede im Gesamtüberleben konnten dagegen nicht festgestellt werden.
Die Analyse identifizierte zudem wichtige prognostische Faktoren: Ein längerer zeitlicher Abstand zwischen Immuntherapie und Bestrahlung sowie ein BMI ≥ 25 kg/m² waren bei beiden Geschlechtern mit einem besseren Überleben assoziiert. Erhöhte Entzündungswerte (CRP) hatten hingegen nur bei Männern einen negativen prognostischen Einfluss.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass biologische Geschlechtsunterschiede bei der Kombination aus Strahlentherapie und Immuntherapie eine Rolle spielen könnten. Künftige Studien sollen helfen, personalisierte Therapieansätze weiter zu verbessern.






